{"id":87,"date":"2021-11-03T20:16:54","date_gmt":"2021-11-03T19:16:54","guid":{"rendered":"https:\/\/ganzohr.hfmt-hamburg.de\/?p=87"},"modified":"2025-04-22T00:59:19","modified_gmt":"2025-04-21T22:59:19","slug":"die-2-lallphase-emotionen-erwuenscht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ganzohr.hfmt-hamburg.de\/index.php\/2021\/11\/die-2-lallphase-emotionen-erwuenscht\/","title":{"rendered":"Die 2. Lallphase: Emotionen erw\u00fcnscht!"},"content":{"rendered":"\n<p>Dieser Artikel geh\u00f6rt zu Elterninfo&nbsp;6 MONATE<\/p>\n\n\n\n<p>Freude oder \u00c4rger \u2013 Ihr Baby sollte mitbekommen, was Sie f\u00fchlen. Von Anfang an. Trauen Sie sich, Emotionen beim Sprechen oder Singen mitzuteilen! Tun Sie es so oft wie m\u00f6glich. Denn das Sprachgef\u00fchl Ihres Kindes entwickelt sich durch Zuh\u00f6ren, Nachmachen, Ausprobieren. Ohne die Erfahrung einer gl\u00fccklichen oder traurigen Intonation kann es die Unterschiede nicht lernen und darum ohne vielf\u00e4ltige Ansprache seine Stimme und Sprache auch nicht entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Erlernen der Muttersprache brauchen Babys Ansprache. Je variantenreicher die Eltern mit ihnen sprechen oder singen, desto gr\u00f6\u00dfer die Anregung. Die Wissenschaft unterscheidet zwei Phasen beim Spracherwerb im ersten Lebensjahr: Anfangs geben Babys nur Laute von sich, die \u00fcberall auf der Welt fast gleich sind. Prof. Dr. med. Michael Fuchs vom Universit\u00e4tsklinikum Leipzig nennt das \u201einternationales Lallen\u201c, ein Lallen, das sich sogar im Chinesischen und Deutschen \u00e4hnelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim \u00dcbergang in die zweite Lallphase, mit etwa sechs Monaten, beginnt das Kind, Lautverbindungen zu formen, die typisch f\u00fcr die eigene Muttersprache sind. Zuerst werden Konsonanten ausprobiert, die mit den Lippen, Z\u00e4hnen, der Zungenspitze erzeugbar sind (Lippenlaute wie \u201eb\u201c, oder Verschlusslaute wie \u201ep\u201c). Kompliziertere Zisch- oder Rachenlaute kommen erst sp\u00e4ter dazu.&nbsp;Typisch f\u00fcr diese Phase ist au\u00dferdem: Babys beginnen, Laute zu wiederholen (\u201eba, ba, ba\u201c) statt nur zu schreien oder zu quietschen \u2013 allerdings noch ohne Sinnzusammenhang.<\/p>\n\n\n\n<p>Lied &#8222;Hopp, hopp, hopp&#8220;&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.liederprojekt.org\/#0-29891#Hopp,%20hopp,%20hopp\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ANH\u00d6REN<\/a><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fr\u00f6hlich oder traurig? Beides<\/h3>\n\n\n\n<p>Jede Sprache hat ihre eigene Melodie. Auch das entdecken Kinder in den beiden Lallphasen. Sie nehmen Tonh\u00f6he, Tondauer und Lautst\u00e4rke ihrer Muttersprache wahr und probieren sie aus.<br>Regen Sie Ihr Kind an, seine Stimme m\u00f6glichst oft und vielf\u00e4ltig zu benutzen. Das ist, laut Prof. Dr. Fuchs, \u201edie allerwichtigste Komponente, um Stimme und Sprache zu erwerben\u201c. Denn erst durch das Probieren der Stimme &#8211; schon in den ersten Lebensmonaten \u2013 k\u00f6nnen die Stimmlippen wachsen. Winzige Messf\u00fchler stimulieren deren Entwicklung im Kehlkopf. Eltern haben hier eine wichtige Vorbildfunktion: Je variantenreicher sie mit ihrem Baby sprechen oder singen, desto mehr regen sie es zum Nachahmen und damit zum Schulen seiner Stimmvielfalt an.<\/p>\n\n\n\n<p>Lied &#8222;Kindlein mein&#8220;&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.liederprojekt.org\/#0-27790#Kindlein%20mein\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ANH\u00d6REN<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>In der zweiten H\u00e4lfte des 1. Lebensjahres beginnt Ihr Kind zudem, auf Sie zu reagieren, mit Ihnen in Kontakt zu treten. Sie d\u00fcrfen und sollten Ihre Emotionen zeigen, auch die negativen. Nur so kann ein Baby die Unterschiede in Sprache und Stimme erfahren, nur kann es so lernen, wie es klingt, wenn jemand traurig oder fr\u00f6hlich ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Musik kann diesen Lernprozess enorm unterst\u00fctzen und dabei spielerisch unterschiedlichste Gef\u00fchle vermitteln: Ein gesummtes Lied aus dem Radio, das gesungene Wiegen- oder Kinderlied, eigenes Musizieren. Je mehr Varianten, desto besser. Und keine Sorge: Es geht nicht um Perfektion. Singen, summen, sprechen Sie mit Ihrem Baby! Es braucht Ihre Ansprache und Ihre Emotion.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Michael Fuchs ist Leiter der Sektion Phoniatrie und Audiologie am Universit\u00e4tsklinikum Leipzig. Dort veranstaltet er seit 2002 das Leipziger Symposium zur Kinder- und Jugendstimme.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Liedbeitr\u00e4ge mit freundlicher Genehmigung von\u00a0<a href=\"http:\/\/www.liederprojekt.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">LIEDERPROJEKT.ORG<\/a>, einem Benefizprojekt von Carus-Verlag und SWR2. Dieser Artikel geh\u00f6rt zu Elterninfo\u00a0<a href=\"https:\/\/ganzohr.hfmt-hamburg.de\/index.php\/elterninfos\/6-monate\/\">6 MONATE<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Artikel geh\u00f6rt zu Elterninfo&nbsp;6 MONATE Freude oder \u00c4rger \u2013 Ihr Baby sollte mitbekommen, was Sie f\u00fchlen. Von Anfang an. Trauen Sie sich, Emotionen beim Sprechen oder Singen mitzuteilen! Tun Sie es so oft wie m\u00f6glich. Denn das Sprachgef\u00fchl Ihres Kindes entwickelt sich durch Zuh\u00f6ren, Nachmachen, Ausprobieren. 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