{"id":201,"date":"2021-11-03T21:55:05","date_gmt":"2021-11-03T20:55:05","guid":{"rendered":"https:\/\/ganzohr.hfmt-hamburg.de\/?p=201"},"modified":"2025-04-22T01:01:59","modified_gmt":"2025-04-21T23:01:59","slug":"singen-in-der-familie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ganzohr.hfmt-hamburg.de\/index.php\/2021\/11\/singen-in-der-familie\/","title":{"rendered":"Singen in der Familie!"},"content":{"rendered":"\n<p>Dieser Artikel geh\u00f6rt zu Elterninfo&nbsp;2,5 JAHRE<\/p>\n\n\n\n<p>Wann haben Sie als Kind zuhause gesungen: nur an Weihnachten oder auch beim Baden oder Schlafengehen? Erinnern Sie sich noch an die alten Fingerspiele, Abz\u00e4hlreime und Spiellieder? Je fr\u00fcher und intensiver wir mit Musik in Ber\u00fchrung kommen, desto st\u00e4rker pr\u00e4gt sie sich uns ein. Musikmachen bringt Spa\u00df und Abwechslung in den Familienalltag \u2013 und verbindet Generationen!<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir haben zuhause fr\u00fcher sehr oft und in den unterschiedlichsten Situationen miteinander gesungen\u201c, erinnert sich Marie Weller*. \u201eSp\u00e4ter bekamen mein Mann und ich zur Geburt unseres Sohnes ein Liederbuch geschenkt, und als ich die 300 Seiten durchgebl\u00e4ttert habe, ist mir aufgefallen, dass ich sehr viele Lieder schon kannte.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Lied &#8222;Es t\u00f6nen die Lieder&#8220;&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.liederprojekt.org\/lied30265-Es-toenen-die-Lieder.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ANH\u00d6REN<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Die junge Mutter singt heute noch gern die Lieder aus ihrer Kindheit, auch Volkslieder wie &#8222;Es t\u00f6nen die Lieder&#8220; oder &#8222;Singt ein Vogel im M\u00e4rzenwald&#8220;. Daneben lernt sie aber auch die neuen St\u00fccke, die ihr mittlerweile dreij\u00e4hriger Sohn aus dem Kindergarten mitbringt \u2013 das freut ihn und seine kleine Schwester, die dort die Krippe besucht.<\/p>\n\n\n\n<p>Singen, meint Marie Weller, helfe bei so ziemlich jeder Gelegenheit: \u201eIch kann damit Langeweile vertreiben, die Stimmung aufhellen und eine brenzlige Situationen \u00fcberbr\u00fccken. Das Sch\u00f6nste ist, wenn dann die Kinderaugen strahlen und man auch einmal Quatsch machen kann.\u201c Ihr Sohn und ihre Tochter haben das aufmunternde Singen und Mitsingen so verinnerlicht, dass ihnen die Mutter abends beim Schlafengehen lieber etwas vorsummt, anstatt zu singen \u2013 das wirkt beruhigender.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Singen begleitet den Tagesablauf<\/h3>\n\n\n\n<p>Das spontane Musikmachen im Alltag hat Marie Weller in ihrer eigenen Kindheit erfahren. F\u00fcr ihre Mutter Heike Arnold war das Singen mit den beiden T\u00f6chtern, etwa im Auto \u2013 in dem es damals noch keinen CD-Player gab \u2013, abends beim Schlafengehen, in den verschiedenen Jahreszeiten und nat\u00fcrlich an Weihnachten selbstverst\u00e4ndlich: \u201eMeine \u00e4ltere Tochter hat schon fr\u00fch mit mir zusammen zweistimmig oder Kanon gesungen, einfach weil wir es sehr oft gemacht haben.\u201c Heute noch singt Heike Arnold mit ihrem eigenen Vater \u2013 dem Urgro\u00dfvater ihrer Kinder \u2013 an Weihnachten zweistimmig. Ihr Mann dagegen war nie ein gro\u00dfer S\u00e4nger, sondern begleitete die Lieder lieber auf dem Schlagzeug.<\/p>\n\n\n\n<p>Lied &#8222;Bruder Jakob&#8220;&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.liederprojekt.org\/lied30297-Bruder-Jakob.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ANH\u00d6REN<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Auch der Mann ihrer Tochter Marie sang nicht ganz freiwillig: Er hatte Hemmungen, seine Stimme in Gegenwart seiner musikbegeisterten Frau h\u00f6ren zu lassen. Aber als er einmal den Sohn h\u00fcten musste, wollte der, als der Vater ihm vorlas, unbedingt die vertrauten Lieder h\u00f6ren, erz\u00e4hlt Marie Weller: \u201eDa hat er gemerkt, dass es unserem Sohn ganz egal war, ob die T\u00f6ne jetzt stimmen oder nicht, ihm war wichtig, dass das gemeinsame Singen im Vordergrund stand\u201c.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Musik als Gemeinschaftserlebnis<\/h3>\n\n\n\n<p>Mutter und Tochter geht es neben dem Spa\u00df an der Musik auch um die Singtradition. Heike Arnold unterrichtet an einer F\u00f6rderschule und beobachtet, dass die jungen Erwachsenen, die dort ihr Freiwilliges Soziales Jahr leisten, kaum noch Lieder kennen und auch nicht gern singen \u2013 meist aus Angst, Fehler zu machen: \u201eWenn sie dann das ganze Jahr unsere Lieder h\u00f6ren, steigen sie am Ende auch mit ein. Dann kommen sie hinterher schon einmal zu mir und sagen, sie h\u00e4tten hier singen gelernt.\u201c<br>Aufgefallen ist ihr, dass die Schulkinder statt der traditionellen Kinderlieder lieber St\u00fccke von aktuellen Liedermacher-CDs mit- und nachsingen. Heike Arnold f\u00fchrt es zum einen darauf zur\u00fcck, dass Eltern mit ihren Kindern immer weniger selbst Musik machen. Au\u00dferdem seien die Kinder verschieden: \u201eEs gibt solche, die auf den Fu\u00dfballplatz gehen und sich damit auch identifizieren, und andere, die beim Spielen vor sich hin tr\u00e4llern oder eigene Melodien erfinden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Lied &#8222;Mein Hut, der hat drei Ecken&#8220;&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.liederprojekt.org\/lied30124-Mein-Hut-der-hat-drei-Ecken.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ANH\u00d6REN<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Doch ganz unabh\u00e4ngig von den pers\u00f6nlichen Vorlieben der Kinder sieht sie die gro\u00dfen Vorteile, die gemeinsames Singen und Musizieren mit sich bringen k\u00f6nnen: das Gef\u00fchl f\u00fcr Metrum und Rhythmus, die Bewegungsf\u00e4higkeit, die bei Musikspielen trainiert wird, und die F\u00e4higkeit, sich Texte zu merken. Das Spielen am Computer- oder Handydisplay bliebe dagegen zweidimensional.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch Tochter Marie Weller steht dem zunehmenden Konsum von Unterhaltungsmedien kritisch gegen\u00fcber: \u201eBeim zusammen Singen braucht man Gemeinschaftssinn. Man muss versuchen, mit anderen in Gleichklang zu kommen. In unserer Gesellschaft wird heute aber vermittelt, dass jeder f\u00fcr sich selbst verantwortlich ist und allein schwimmen muss. Und das spiegelt sich auch in der Mediennutzung wider.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>*Namen ge\u00e4ndert<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Literaturhinweise:<\/strong><br>\u201eKomm, sing mit mir \u2013 Denn jedes Kind kann singen lernen\u201c, Carus\/Reclam 2012<\/p>\n\n\n\n<p>Liedbeitr\u00e4ge mit freundlicher Genehmigung von\u00a0<a href=\"http:\/\/www.liederprojekt.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">LIEDERPROJEKT.ORG,<\/a>\u00a0einem Benefizprojekt von Carus-Verlag und SWR2. Dieser Artikel geh\u00f6rt zu Elterninfo\u00a0<a href=\"https:\/\/ganzohr.hfmt-hamburg.de\/index.php\/elterninfos\/25-jahre\/\">2,5 JAHRE<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Artikel geh\u00f6rt zu Elterninfo&nbsp;2,5 JAHRE Wann haben Sie als Kind zuhause gesungen: nur an Weihnachten oder auch beim Baden oder Schlafengehen? Erinnern Sie sich noch an die alten Fingerspiele, Abz\u00e4hlreime und Spiellieder? Je fr\u00fcher und intensiver wir mit Musik in Ber\u00fchrung kommen, desto st\u00e4rker pr\u00e4gt sie sich uns ein. 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