{"id":171,"date":"2021-11-03T21:36:58","date_gmt":"2021-11-03T20:36:58","guid":{"rendered":"https:\/\/ganzohr.hfmt-hamburg.de\/?p=171"},"modified":"2025-04-22T00:58:11","modified_gmt":"2025-04-21T22:58:11","slug":"hoeren-zuhoeren-imitieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ganzohr.hfmt-hamburg.de\/index.php\/2021\/11\/hoeren-zuhoeren-imitieren\/","title":{"rendered":"H\u00f6ren &#8211; zuh\u00f6ren &#8211; imitieren"},"content":{"rendered":"\n<p>Dieser Artikel geh\u00f6rt zu Elterninfo&nbsp;3 MONATE<\/p>\n\n\n\n<p>Die ersten paar Wochen hat Ihr Kind ausschlie\u00dflich geschrien, wenn es etwas brauchte oder sich unwohl f\u00fchlte. Doch allm\u00e4hlich gibt es auch andere Laute von sich: vielleicht gurrt oder kr\u00e4ht es Sie an oder brabbelt vor sich hin, wenn es auf der Decke liegt. Wenn Sie es auf dem Arm halten, mit ihm sprechen oder ihm etwas vorsingen, schaut es Sie aufmerksam an \u2013 bis es ihm zu viel wird und es den Kopf wegdreht.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr Kind verfeinert von Anfang seine stimmlich-sprachlichen F\u00e4higkeiten und sein Geh\u00f6r. Schon mit etwa drei Monaten kann es etwa wahrnehmen, woher ein Ger\u00e4usch oder eine Stimme kommt \u2013 eine komplexe Aufgabe f\u00fcr das kindliche H\u00f6rsystem, f\u00fcr die das Nervensystem schon einigerma\u00dfen ausgereift sein muss.<\/p>\n\n\n\n<p>Lied &#8222;Summ, summ, summ&#8220;&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.liederprojekt.org\/lied29905-Summ-summ-summ.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ANH\u00d6REN<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>So braucht jedes Kind auch unterschiedlich lange, bis es das Richtungsh\u00f6ren beherrscht, erkl\u00e4rt der Neurologe und Musiker Eckart Altenm\u00fcller: \u201eDas ist eine ziemlich komplizierte Sache. Denn das H\u00f6rsystem \u2013 Sinneszellen, Nerven und die entsprechenden Bereiche im Gehirn \u2013 muss beim Richtungsh\u00f6ren wahrnehmen, wie schnell der Schall auf das linke und auf das rechte Ohr trifft. Dieser Zeitunterschied zwischen dem linken und rechten Ohr betr\u00e4gt nur wenige zehntausendstel Sekunden, also Mikrosekunden.\u201c Kinder suchen und fixieren in dieser fr\u00fchen Phase eine Schallquelle \u2013 Ihren Mund, die Rassel oder den Staubsauger \u2013 daher auch noch mit den Augen.<\/p>\n\n\n\n<p>Lied &#8222;Br\u00fcderchen, komm tanz mit mir&#8220;&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.liederprojekt.org\/lied30120-Bruederchen-komm-tanz-mit-mir.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ANH\u00d6REN<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Machen Sie selbst einmal den Test, ob Ihr Kind schon h\u00f6ren kann, woher ein Ger\u00e4usch kommt: Klatschen Sie in die H\u00e4nde, wenn es gerade nicht hersieht. Wendet es den Blick zu Ihnen? Wenn ja, ist alles in Ordnung. Wenn nicht, machen Sie sich keine Sorgen: Vielleicht braucht Ihr Kind einfach keine weiteren Reize und ignoriert das Ger\u00e4usch einfach. Nur so kann es etwa in lauter Umgebung schlafen. Und wenn nach dem Zuh\u00f6ren seine noch kurze Aufmerksamkeitsspanne ausgereizt ist, wendet das Kind die Augen oder den Kopf wieder vom Ger\u00e4usch ab.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Experimente mit der Stimme<\/h3>\n\n\n\n<p>Sie kennen mittlerweile die verschiedenen Stimmungslagen und Bed\u00fcrfnisse Ihres Kindes und wissen, dass es je nachdem unterschiedlich schreit. Aber es hat auch schon angefangen, kurze Laute zu von sich zu geben, zu lachen oder zu quietschen. Alle S\u00e4uglinge trainieren so ihre Stimme in den ersten Lebensmonaten, unabh\u00e4ngig davon, mit welcher Sprache sie aufwachsen und ob sie sich selbst h\u00f6ren k\u00f6nnen oder nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber sie versuchen in diesem Alter gelegentlich auch schon, \u00fcber die Stimme Kontakt mit Mutter, Vater oder anderen herzustellen, erkl\u00e4rt Eckart Altenm\u00fcller: \u201eSie versuchen das, was sie h\u00f6ren, nachzuahmen.\u201c Dabei hilft S\u00e4uglingen die so genannte Ammensprache sehr: langsames Sprechtempo, gedehnte Laute, viele Vokale.<\/p>\n\n\n\n<p>Gehen Sie also mit der Ammensprache und kleinen Geschichten, Versen oder einfachen Liedern auf das H\u00f6r- und Sprachverm\u00f6gen Ihres Kindes ein \u2013 was Sie erz\u00e4hlen oder singen, versteht Ihr Kind ohnehin noch nicht, aber es h\u00f6rt genau, wie Ihre Stimme dabei klingt!<\/p>\n\n\n\n<p>Lied &#8222;H\u00e4schen in der Grube&#8220;&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.liederprojekt.org\/lied30247-Haeschen-in-der-Grube.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ANH\u00d6REN<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>So kann Ihr Kind kann seine stimmlichen F\u00e4higkeiten in den n\u00e4chsten Monaten immer weiter ausbauen. Unbewusst lernt es dabei, wie sein Stimmapparat aus Lungen, Stimmb\u00e4ndern, Zunge und Lippen funktioniert. Und das ist nicht nur f\u00fcr Ihr Kind, sondern auch f\u00fcr Sie selbst anstrengend, aber auch spannend.<br>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em>Eckart Altenm\u00fcller erforscht die Auswirkungen von Musik auf das Gehirn. An der Staatlichen Hochschule f\u00fcr Musik, Theater und Medien Hannover leitet er das Institut f\u00fcr Musikphysiologie und Musikermedizin.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Liedbeitr\u00e4ge mit freundlicher Genehmigung von\u00a0<a href=\"http:\/\/www.liederprojekt.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">LIEDERPROJEKT.ORG<\/a>, einem Benefizprojekt von Carus-Verlag und SWR2. Dieser Artikel geh\u00f6rt zu Elterninfo\u00a0<a href=\"https:\/\/ganzohr.hfmt-hamburg.de\/index.php\/elterninfos\/3-monate\/\">3 MONATE<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Artikel geh\u00f6rt zu Elterninfo&nbsp;3 MONATE Die ersten paar Wochen hat Ihr Kind ausschlie\u00dflich geschrien, wenn es etwas brauchte oder sich unwohl f\u00fchlte. Doch allm\u00e4hlich gibt es auch andere Laute von sich: vielleicht gurrt oder kr\u00e4ht es Sie an oder brabbelt vor sich hin, wenn es auf der Decke liegt. 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